SBB Cargo liefert auch ohne Anschlussgleis
Sendungen von Tür zu Tür mit dem Eisenbahnwagen - das geht auch ohne Anschlussgleis. SBB Cargo versteht sich als Bahn auf den Kombinierten Verkehr.SUSANNE PERREN (SA)
Scherben bringen Glück. So ist es auf jeden Fall bei der Vetro-Recycling. 55000 Tonnen Altglas purzeln alle Jahre in der Glashütte in St. Prex in den Schmelzofen. Dies, obwohl beileibe nicht jede Altglassammelstelle über direkten Bahnanschluss verfügt. Dass das Glas dennoch von der Party ins Recyclinghaus kommt, ist Verdienst der Bahn.
Im Kombinierten Verkehr (KV) übernimmt SBB Cargo den Transport von der Sammelstelle bis hin zur Schmelzwanne, unabhängig davon, ob Schiene oder Strasse zum Einsatz kommen. Die Bahn organisiert die Sammeltour auf der Strasse, lädt die Container auf die Bahn um und fährt das Altglas – unter anderem von der grössten Zwischenstation in Niederglatt – nach St. Prex zur Neuglasproduktion. 90 Prozent der Gesamtstrecke fährt das Altglas auf der Bahn. «Wir halten den Vor- oder Nachlauf so kurz wie notwendig », erklärt Andreas Trösch, der bei SBB Cargo auf Kundenprojekte im Kombinierten Verkehr spezialisiert ist. Das entspricht der Philosophie der Vetro-Recycling: «Wir wählen, wann immer möglich, das umweltfreundlichste Transportmittel. Deshalb arbeiten wir seit 30 Jahren mit der Bahn zusammen», sagt Peter Reimann, Leiter Öffentlichkeitsarbeit der Vetro-Recycling.
Moderne Gateways
International machen die Logistikspezialisten seit geraumer Zeit den Trend zur Containe- risierung aus. Auch im Binnenverkehr spricht alles dafür, dass die Container zunehmend zum Einsatz kommen. Dies bekundet die Intention der Verkehrsp
olitiker und des Volkes, die lieber mehr Verkehr auf der Schiene statt auf der Strasse sehen. «Der Kombinierte Verkehr wird auf längere Sicht in den Vordergrund rücken. Bei Schüttgütern wie Zement, Salz oder Glas, die weniger zeitkritisch sind, liegt die Bahn ökologisch vorne. Und sie umfährt Verkehrsstaus», ist Andreas Trösch überzeugt. Ihre KV-Kunden wie die Post, die Milchproduzentin Estavayer Lait SA, die Rheinsaline, die Detailhandelskette Valcrème und viele andere bedient SBB Cargo über 32 Umschlagterminals. «Für die Valcrème haben wir in Sion und Renens die Umschlagsgeräte angepasst», bekräftigt Andreas Trösch den Verlagerungsgedanken.Wo eine Ware, da ein Weg
Zwei von drei Postpaketen fahren heute schon über lange Strecken mit der Bahn und ergänzend kurz auf der Strasse. Insgesamt 220 000 Tonnen wechseln so pro Tag in über 9000 Wagen und 2000 Zügen unter der Regie von SBB Cargo den Standort in der Schweiz in einer Kombination Schiene und Strasse. SBB Cargo spielt dabei auf der gesamten Flexibilitätsklaviatur: Ladevolumen vom einzelnen Wagen bis zum Ganzzug sind möglich. Die Bahn übernimmt nach Wunsch bestehende Logistikabläufe, sie führt ein gutes Dutzend verschiedener Behälter, sodass Glas geschüttet, Milchprodukte gekühlt, Getränke palettiert und beispielsweise Zement im Silocontainer unterwegs ist. Die Bahn hat sich dabei auf verschiedene Umschlagslösungen spezialisiert: Horizontal, mit Kippvorrichtungen oder mittels Kran stellt sie die Ware bereit.
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