Gersag
Rollenspiele für Kraftriesen
Mit dem Bau eines zweiten Werkes erstellte die weltweit als Herstellerin von Seilbahn- und Windenseilen bekannte Fatzer AG in Romanshorn am Bodensee auch eine neue Tandem-Verseilmaschine. Auf dieser werden Drahtseile mit Durchmessern bis zu 125mm hergestellt. Die Seilbobinen erreichen mit solchen Seilen bei der Auslieferung ein Gewicht bis 150 Tonnen. Um diese Bobinen auf den Spezialtransporter zu verladen, kommt ein Portalkran der Gersag Krantechnik GmbH mit einer Tragfähigkeit von 150 Tonnen zum Einsatz.Seit 1836 produziert die Fetzer AG aus Romanshorn
Seile. Zunächst fertigte die Firma Hanfseile für die Landwirtschaft, Fischerei und Schifffahrt. Um 1900 begann sie mit der Herstellung von Drahtseilen. Ab 1948 folgte die Spezialisierung auf Bergbahnseile. Den Bau des Werks 2 in Romanshorn führte die Pur AG in Muolen als Generalunternehmer aus. Dort liefen
auch sämtliche Fäden zusammen, was dieKommunikation und Planung wesentlich vereinfachte.
Die gesamte Projektierung von der
Anbindung an den Verkehr für die Lkw, bis hin
zur Auslegung der komplizierten und hochbelasteten
Fundamente wurde über den Generalunternehmer
koordiniert.
Dicke Seile – schwere Bobinen
Im Werk 2 lassen sich mit der neuen Tandem-
Verseilmaschine Drahtseile mit einem Durchmesservon bis zu 125mm wickeln. Einmal auf
die Bobinen gewickelt, ergibt dies ein Maximalgewicht
von bis zu 150 Tonnen pro Seilrolle.
Der Verlad derselben soll hinter der neuen Halle auf dem Verladeplatz statt.nden, wozu ein ebenerdig auf Schienen fahrender Kran neu zu beschaffen war. Mit dessen Herstellung und Lieferung
beauftragte der Seilhersteller die Gersag
Krantechnik GmbH. Sie entwickelte eine Krananlage
in der Form eines Zwei-Träger-Portalkrans
in Kastenträgerbauart. Dessen Spannweite
misst 9,55m bei einer Gesamthöhe von
11,5m. Das Doppelhubwerk ist auf 150 Tonnen
ausgelegt und weist eine Hubgeschwindigkeit
von 3,2m/min auf. Um die schweren Seilbobinen
drehen zu können, ist der Doppellasthaken
mit einem elektrischen Drehwerk ausgestattet.Die Bedienung der Krananlage erfolgt über eine
Funkfernsteuerung, welche das Arbeiten ergonomisch
und sicher macht.
Auf Mass konstruiert und gefertigt
Für die Konstruktion und Auslegung der Krananlage setzt die Gersag Krantechnik modernste Hilfsmittel wie 3D-CAD und FEM-Berechnungsprogramme ein. Da sich Konstruktion und Fabrikation bei diesem Unternehmen unter einem Dach befinden, bestehen kurze Kommunika
tionswege, die sich positiv auf Qualität und Fertigungszeiten auswirken, denn Probleme oder Unklarheiten können ohne Zeitverluste vor Ort gelöst werden. Ungeachtet der grossen Dimensionen sind für die Fertigung des Portalkrans enge Toleranzen vorgegeben, welche eingehalten werden müssen. Ohne diese Genauigkeit könnten bei der Montage oder auch später während des BetriebsProbleme oder unnötiger Verschleiss auftreten.
So wurden zum Beispiel die Bohrungen
der Fahrwerke nach dem Schweissen mechanisch
nachbearbeitet, um die Achsparallelität zu gewährleisten. Um die riesigen Lasten gleichmässig auf die Schienen zu übertragen, konstruierte das Unternehmen spezielle Fahrwerke, welche die Last auf total 16 Räder verteilen. Von diesen werden für das Verschieben des Krans acht synchron angetrieben. Als Folge von dieser Lastverteilung sind kleinere Dimensionen für Schienen und Fundamente möglich.
Zwei elektronisch synchronisierte
Hubwerke
Die enormen Trägheitsmomente der Last müssen von einem grosszügig ausgelegten Antrieb überwunden werden. Deshalb besteht das Doppelhubwerk aus zwei synchronisierten Winden, welche mit einer Hakentraverse verbunden sind. Die beiden Winden werden elektronisch überwacht, womit gewährleistet ist, dass immer beide Winden gleich schnell laufen und somit die Last auch gleichmässig tragen. Die Hakentraverse wurde mit einem eigens entwickelten Drehwerk ausgerüstet.
Montage
Ein Höhepunkt war sicher auch die Montage dieses «Ungetüms», besteht doch dieser Portalkran aus knapp 60 Tonnen Stahl. Dieser wurde in mehreren Transporten von Reiden nach Romanshorn überführt. Die Fahrwerke wurden am Boden mit den Portalstützen zusammengestellt
und mithilfe von zwei Lkw-Kranenauf die Schienen gestellt. Anschliessend hob
ein Autokran die beiden Kranbrücken auf die
beiden Stützen. Die beiden Winden wurden
einzeln hochgehoben und auf dem Portalkran miteinander verbunden.
Fazit
Drei innovative Schweizer Firmen, Fatzer AG als Kunde, Pur AG als Planer und die Gersag Krantechnik GmbH als Lieferant realisieren eine optimal auf die Bedürfnisse zugeschnittene Krananlage. Von der Ideensuche, der Planung und Konstruktion über die Fertigung bis zur Montage ist eine enge Zusammenarbeit nötig, um eine reibungslose Ausführung zu garantieren.
Kontakt
Gersag Krantechnik GmbH
Industriestrasse 22, 6260 Reiden
Tel. 062 749 11 11, Fax 062 749 11 12
info@gersag-kran.ch, www.gersag-kran.ch
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